Marilena Amato Mengis
An der GGR-Sitzung vom 26. Mai 2026 haben alle Fraktionen die von mir initiierte Motion für Sichere Schulwege als erheblich erklärt – ausser die SVP, die kolportierte, das seien versteckte Massnahmen um dem Individualverkehr zu schaden. Ich freue mich sehr. Das war meine erste Motion und mein Herzensanliegen, als ich mein Amt als Gemeinderätin angetreten habe. Hier mein Votum dazu:
Votum für die Motionär:innen
Offenbar gilt hier: Gut Ding will Weile haben. Denn die Beantwortung der Motion hat überdurchschnittlich lange gedauert. Von den ursprünglichen Mitunterzeichnenden ist mittlerweile mehr als die Hälfte nicht mehr im Rat. Ich hoffe, auch in ihrem Namen zu sprechen.
«Schulwege» gibt es nicht in der Stadt Zug, diese sind Fusswegen gleichgestellt. Es bestehen keine besondere Regeln und auch keine Informationen darüber. Der Schulweg ist Sache der Eltern. – Das der O-Ton vor drei Jahren. Schön kann ich sagen: Tempi passati.
Es ist offensichtlich – und dafür danke ich meinen Mitmotionär:innen , der zuständigen Stadträtin, dem Gesamtstadtrat und allen involvierten Mitarbeitenden – es ist offensichtlich, dass die Motion zu einem ganz neuen Approach geführt und sehr viel Positives in Gang gesetzt hat. Sehr gut und wichtig ist die systematische Erfassung aller Schulwege. Es ist fundamental, dass die diversen Abteilungen der Stadt wissen, welche Wege als Schulwege genutzt werden. So kann verhindert werden, dass wie im 2023 just am ersten Schultag nach den Sommerferien der Schulweg, den hunderte Kinder aus Feldpark und Feldhof nutzen, den die Kindergartenkinder wochenlang eingeübt hatten, ohne Vorwarnung hinter einer Baustellenabsperrung blockiert ist und die Kleinsten im wahrsten Sinne des Wortes ein Brett vor dem Kopf hatten.
Positiv hervorzuheben ist auch die Einführung des Tools, mit dem Eltern und andere Verkehrsteilnehmende Gefahrenstellen melden können. Hier wird die Stadt den Beweis erbringen müssen, dass sie diese nicht nur verwaltet, sondern auch effektive Massnahmen folgen.
Ein weiterer Fortschritt ist die verbesserte Information: Seit der Überweisung der Motion werden Eltern in der Regel über das Schulportal über Baustellen und Umleitungen informiert. Die Ausgestaltung der Schulwege bei Baustellen ist jedoch weiterhin Thema, da gibt es noch viel zu viele gefährliche Stellen.
Dennoch, alles in allem sind wir zufrieden und unterstützen die Erheblicherklärung und Abschreibung, da Schulwegsicherheit nun als offizielle Aufgabe der Stadt und der verschiedenen Abteilungen verankert wird – natürlich bleiben die Eltern mitverantwortlich.
Fraktionsvotum SP
Auch die SP Fraktion schliesst sich dieser Meinung an. Gerne gehe ich im Fraktionsvotum noch auf ein paar Details ein: Wie gesagt, der effektive Nutzen misst sich an den konkreten Verbesserungen.
Da drei von uns im Herti wohnen, bedanken wir uns stellvertretend für das Quartier für die wirklich guten Sofortmassnahmen bei der Kurve im Übergang von Feldstrasse zu Allmendstrasse, da wurden pragmatische und wenig aufwändige Lösungen mit grosser Wirkung gefunden: das Trottoir wurde verbreitert ohne die Parkplätze aufzuheben, der Radstreifen eingefärbt und Poller angebracht). Andrerseits gibt es im Tool etliche auf grün geschaltete Gefahrenstellen mit Hinweisen wie «der Kanton ist zuständig» oder «die Verkehrsteilnehmenden müssen Rücksicht aufeinander nehmen». So lautet die Lösung der Stadt für die wirklich gefährliche Situation, die sich jeden Morgen und Mittag in der Zeughausgasse ergibt. wo Autos Velos und Lastwagen regelmässig aufs Trottoir ausweichen müssen, wo Schulkinder zu Fuss und mit Trottis unterwegs sind. In solchen Fällen erhoffen wir uns künftig mehr Gestaltungswille und die klare Priorisierung der Sicherheit der Kinder und schwachen Verkehrsteilnehmenden.
Den Abschnitt zum Thema 30er Zone Gotthardstrasse und Herti kann ich weglassen. Vielen Dank, dass sich der SR hier einsichtig zeigt und die Zebrastreifen wieder einführt bzw. belassen will im Herti.
Eines der wichtigsten Probleme bleiben die Elterntaxis. Auch hier gäbe es durchaus kreative Mittelwege wie Kiss-and-Ride Drop-Zonen ausserhalb des Schulhausperimeters. Aber eins ist klar: Es geht nicht ohne Eltern, diese müssen aufgeklärt werden, wie wichtig der Schulweg für die Entwicklung der Kinder ist, aber sie müssen sich auch ernst genommen und subjektiv sicher fühlen. Das geht nur mit Kommunikation und Zusammenarbeit. Es gibt keine Eltern, die sich nicht sichere Schulwege wünschen. Die Eltern haben extrem kooperativ mitgemacht bei der Erfassung der Schulwege. In Zug sind die Eltern gut organisiert mit dem NEZ aus allen ELG und mit Schule & Elternhaus Stadt Zug. Die Stadt sollte diese Ressource nutzen. Zusammenfassend:
Wichtige Grundlagen sind gelegt. Ein wirklich grosses Danke dafür. Wir hoffen auf eine konsequente Umsetzung.